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Betörende Aromen des Orients

Im Piment kann man schlemmen wie in Tausendundeiner Nacht

Dîner Amical im Restaurant Piment am 8. und 9. Juli 2019

 

 

Doppelt hält nicht nur besser, doppelt schmeckt auch besser. Das muss sich Confrère Wahabi Nouri gesagt haben, als er sich bereit erklärte, sein diesjähriges Dîner Amical gleich an zwei Abenden nacheinander für uns zu kochen. Und wie nicht anders zu erwarten, war sein kleines familiengeführtes Restaurants Piment im Herzen Hamburg-Eppendorfs an beiden Abenden bis auf den letzten Platz ausgebucht. Kein Wunder, gilt das Sternerestaurant am Isebek-Kanal doch als eine der beliebtesten Adressen nicht nur bei Hamburger Gourmets.

Dass der Maître Rôtisseur bei soviel Erfolg nicht abgehoben ist, zeigte sich bereits bei der Begrüßung der Gäste durch Bailli Bettina Schliephake-Burchardt. Statt sich in den Vordergrund zu drängen, zog sich Wahabi Nouri bescheiden in seine kombüsenkleine Küche zurück. In Zeiten, in denen es andere Kollegen in die Fernsehstudios zieht, meidet er jeden Rummel um seine Person. „Ich will einfach nur gut kochen und meine Gäste glücklich machen“, sagt er. Das tut der in Casablanca geborene und im hessischen Raunheim aufgewachsene Küchenchef mit großer Begeisterung und viel Fortune. Seine Kreationen sind vielseitig und intensiv im Geschmack, vor allem aber reich an Aromen.

Zum Auftakt servierte Restaurantleiter Hicham Khabbaz und sein Mitarbeiter – die beiden arbeiten wirklich nur zu zweit im Service – den wunderbaren Riesling Brut vom Reichsrat vom Buhl, der es locker mit so manchem Champagner aufnehmen kann. Dazu gab es köstliche kleine Tajine, typisches marokkanisches Fingerfood.

Dann folgte ein wahres Feuerwerk an Geschmacks- und Aromenbomben. Für den erstenGang kombinierte Wahabi Nouri, noch nordisch angehaucht, Fjordlachs mit Schlangengurke und Melonen Granité. Schon im zweiten Gang dann der Brückenschlag zum Orient: Couscous „Beduinen Art“ mit Safran und Spitzkohl. Ein Gericht wie eine Geschichte der Scheherazade, so betörend und verführerisch, vollendet mit dem verschwenderischen Duft des Ras el-Hanout, der traditionellen marokkanischen Gewürzmischung, die süße, scharfe und bittere Aromen vereint und aus dreißig verschiedenen Zutaten besteht.

Köstlich auch der dritte Gang: Zweierlei vom Schwarzfederhuhn mit marokkanischen Poulet au Citron Jus, für die er eigens Zitronen in Salzwasser einlegt, um ihnen so einen einzigartigen Geschmack zu verleihen.

Großartig auch das fulminante kulinarische Crescendo: eine sommerlich fruchtige Verführung aus Rhabarber, Weinbergpfirsich und erfrischendem Rhabarber-Erdbeeren-Sorbet, versüßt mit köstlichem Mandel Financier und mit Holunderblütenschaum umschmeichelt. Ein Dessert zum Dahinschmelzen, ein Traum aus Tausendundeiner Nacht.

In ihrem Dankeschön für den Maître Rôtisseur und sein Team betonte Bailli Bettina Schliephake-Burchardt unter dem anhaltenden Applaus der mehr als zufriedenen Consœurs und Confrères noch einmal die außerordentliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit die man im Piment vom ersten bis zum letzten Moment zu spüren bekommt. Kein Wunder, dass die letzten Gäste erst weit nach Mitternacht den Heimweg antraten.

 

Text: Klaus Zelgin, Vice Chargée de Presse


Fotos: Irmtraud Schliephake, Michael Zuther

 

Restaurant Piment

Lehmweg 29 · |  20251

Telefon: 040-42937788

www.restaurant-piment.de