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Tour des Vins – OMGD goes Württemberg

Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen, 19. bis 21. Juni 2019

An einem sommerlichen Juliwochenende trafen sich 50 weinaffine Genussfreunde aus ganz Deutschland auf Einladung von Grand Echanson Natalie Lumpp und Vice Chancelier Argentier Markus Gerspacher um das Weinanbaugebiet Württemberg zu erkunden.

Bekanntlich können Schwaben ja alles, außer Hochdeutsch, aber diese Herausforderung ließ sich bereits beim Willkommenstrunk in der Waldschänke des Wald & Schlosshotels Friedrichsruhe und beim anschließenden Grillbuffet mühelos meistern.  

Gut gelaunt, und nach dem lockeren und geselligen Auftakt bereits im vertrauten Austausch, startete ein Bus voller erwartungsfroher Weinfreunde die „Tour des Vins“ vom Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe. Natalie Lumpp hatte im Vorfeld drei Weingüter aus der Region Hohenlohe zur Besichtigung ausgewählt. Diese Selektion erwies sich im Tagesverlauf als höchst abwechslungsreiches Potpourri unterschiedlichster Betriebsführung und -strukturen. Eines aber einte am Ende alle besuchten Weingüter: Der Anspruch auf höchstem Niveau erstklassige Weine zu produzieren.

Unser erstes Ziel war das Weingut Fürst Hohenlohe in Öhringen. Der Betriebsleiter des fürstlichen Anwesens begrüßte die erwartungsfrohe Gesellschaft im beeindruckenden Barrique-Keller der Wiesenkelter, umringt von den eigenen Weinbergen. Joachim Brand erläuterte sein umfangreiches Sortiment vom Crémant brut nature bis zum Flaggschiff des Hauses der 2014er Cuvée Ex flammis orior H.A.D.E.S. sehr kompetent und fachmännisch. Ein sehr gelungener Auftakt, der sich bei der nächsten Station, dem Weingut der Familie Leiss in Gellmersbach, fortsetzte. Seit 52 Jahren betreibt die Familie in ihrem Aussiedlerhof inmitten ihrer Weinberge eine Besenwirtschaft, die sie dann 2010 mit einem architektonisch sehr ansprechenden Anbau verbunden hat. Tradition und Moderne treffen hier in schlichter Stilistik sehr ästhetisch aufeinander. Die Familie Leiss öffnete ihren „Besen“ eigens für uns und verwöhnte uns mit selbstgebackenem Brot und ihrer „Lieblingsspeise“ – „schlonziger“ Kartoffelsalat, Maultaschen sowie Bratwurst und Braten aus der eigenen Schlachtung. Wolf-Peter Leiss stellte uns seine einzelnen Gewächse vor. Insbesondere die vorzügliche Rotwein Cuvée „Leitwolf“ wurde neben dem Riesling „Herzgrüble“ von den Teilnehmern für den eigenen Keller geordert, bevor es dann zur dritten Station dem Weingut Birkert in Adolzfurt ging. Boris Birkert, der das elterliche Weingut 2002 übernommen hat, setzt konsequent auf biodynamischen Weinanbau und kultiviert auch Rebsorten, die man nicht unbedingt mit Württemberg verbindet. Der junge, ambitionierte Wengerter absolvierte mehrere Praktika bei renommierten ausländischen Weingütern und bringt mit seinen ökologischen Methoden, u.a. kann er den ökologischen „Footprint“ seines Betriebs quantifizieren, neue Ideen nach Hohenlohe.

 

Nach diesen drei sehr unterschiedlichen Weingütern in einem überschaubaren Gebiet, hatten die Teilnehmer schon einmal einen ersten Überblick über die Vielfalt des Weinanbaugebiets Württemberg bekommen. Aber es war ja erst Halbzeit angesagt. Zur Erholung von Körper und Geist ging es zunächst zurück ins Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe, das uns über das gesamte Wochenende mit vorzüglicher Gastfreundschaft in fürstlichem Ambiente und idyllischer Ruhe beherbergte.

 

Zum Galadinner am Abend hatte der mit zwei Michelin** prämierte Chef Boris Rommel ein ausgezeichnetes Fünf-Gang Menü kreiert. Im Mittelpunkt des Abends standen aber wiederum die Weine, die Felix Graf Adelmann aus Kleinbottwar, Christian Dautel aus Bönnigheim und Martin Kurrle vom Collegium Wirtemberg aus Uhlbach bei Stuttgart im lockeren Austausch mit unserer charmanten Grand Echanson Natalie Lumpp zwischen den Gängen fachmännisch kommentierten. Jeder Winzer hatte vier Tropfen aus seinem Keller mitgebracht. Im munteren Dialog mit Natalie Lumpp erzählten die Winzer aber auch Wissenswertes über ihre Betriebe und ihre Geschäftsphilosophien. Den drei Winzern aus Leidenschaft gelang es durch ihr sympathisches Auftreten und ihre fachmännische Expertise auf Anhieb die Teilnehmer erstklassig zu unterhalten. So erfuhr der interessierte Zuhörer u.a., dass der Unterhalt der Burg Schaubeck für die Familie Adelmann eine sehr kostspielige Angelegenheit ist, dass der Chardonnay schon vor fast 40 Jahren von Christian Dautels Vater erstmals in Württemberg angebaut wurde und dass der Bezug zu den historischen Wurzeln am Wirtemberg für den genossenschaftlichen Betrieb des Collegium Wirtembergs von elementarer Bedeutung ist und sich in der Namensgebung vieler Weine wiederspiegelt.

 

Bei der Ehrung bedankte sich Markus Gerspacher bei unserem Gastgeber und Confrère Direktor Jürgen Wegmann für die Gastfreundschaft seines gesamten Teams, bei Chef Boris Rommel für die exquisite Küche, bei Robert Mrusek für den aufmerksamen Service, den Winzern für ihre Unterstützung und ihren persönlichen Beitrag bei der Premiere dieses neuen Formats und schlussendlich bei unserer Grand Echanson Natalie Lumpp, die nicht nur den Gedanken für diese Veranstaltung von Beginn an unterstützte, sondern auch an der gelungenen Umsetzung einen wesentlichen Anteil hatte.

Das Gros der Teilnehmer hatte bei der Abreise enorm viel über das Weinanbaugebiet Württemberg erfahren und wird beim Begriff Württemberger Wein künftig sicher nicht mehr zuerst und nur an Trollinger denken. Das Format „Tour des Vins – OMGD goes …“ eignet sich nach Meinung der Teilnehmer hervorragend, um ein Weinanbaugebiet in Deutschland weininteressierten Genussmenschen näher zu bringen und sollte weitergeführt werden.

Wir sind gespannt, wohin uns die nächste „Tour des Vins“ führen wird.

 

Text: Markus Gerspacher

Fotos: Dr. Müller-Weisbrod, Katja Hofmann