9. OMGD-Raritätenprobe im KaDeWe Berlin am 11. April 2026
Berlin ist immer eine Reise wert – besonders wenn der Gastgeber Echanson Hagen Hoppenstedt ist, der für die zwei Dutzend Teilnehmer der Raritätenverkostung ein vielfältiges und attraktives Rahmenprogramm organisiert hat. Unter anderem gab es einen Jazzabend in der legendären 6. Etage des KaDeWe, ein kuratiertes Weinmenue in den Kurpfalz Weinstuben beim künftigen Confrère Vincenzo Berényi und eine fachmännische Führung bei der Königlichen Porzellan Manufaktur KPM mit anschließendem Champagnerempfang. Das hauptsächliche Augenmerk galt aber selbstverständlich den 22 Weinen, denen sich die 19 „Weinnasen“ in Begleitung eines vorzüglichen Menüs von Jacob Tracey im „Wohnzimmer“ unseres Echansons, der Weinbar im KaDeWe, ausführlich widmeten.
Bailli Franz Hauk hieß die aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmer mit einem Grußwort herzlich willkommen und eröffnete damit eine Weinprobe mit sieben Flights, die neben den gereiften Klassikern aus Burgund, Bordeaux und der Toskana auch edle Gewächse aus deutschen Lagen, Österreich, Schweiz, Ungarn und Kalifornien beinhalteten. Neben den fachmännischen Erläuterungen unseres Echanson gab es zu den einzelnen Weinen aber auch viele interessante und unterhaltsame Anekdoten der Eigentümer zur Herkunft und zum Erwerb der Weine zu hören. Diese immer wieder spannenden Geschichten sind das „Salz in der Suppe“, die das Treffen jedes Jahr bereichern und somit die Verkostung von herkömmlichen Weinproben wesentlich unterscheidet.
Eine „Premiere“ und damit auch eine „echte Rarität“ war, dass sich in diesem Jahr ein 25-jähriger „gefälschter Bordeaux“ vom Château Margaux „eingeschlichen“ hatte (natürlich unbewusst), was erst beim Dekantieren der Flasche anhand der leicht beschädigten Kapsel und einem falschen Korken ersichtlich wurde. Verpackung (Original-Holzkiste) und Etikett waren echt, aber obwohl der Wein im Flight neben den anderen Bordeaux aus benachbarten Weingütern in Körper und Struktur tatsächlich etwas schwächer war, wäre dieser „Fake“ ohne den Hinweis unseres aufmerksamen Sommeliers wohl nur den wenigsten aus der Runde aufgefallen.
Der „Grand-Seigneur“ und Urheber der Runde Chancelier Hon. Lutz Heyer und Bailli Claas Plesch für den Vorstand der Chaîne-Stiftung bedankten sich bei den Teilnehmern für beträchtliche 6.750 € Spendenerlöse und den beiden Organisatoren Markus Gerspacher und Hagen Hoppenstedt für die umfangreiche Vorbereitung und reibungslose Durchführung der Veranstaltung.
Als Fazit unseres Treffens in Berlin steht: „Das war dufte“ und alle Teilnehmer freuen sich schon heute auf das zehnjährige Jubiläum, das 2027 nach Ostern im Remstal (Württemberg) stattfinden wird:
„Willkommen im Ländle“
Text & Fotos: Markus Gerspacher – Vice Argentier-Chancelier Hon.
